Denver’s calling

’’Am 25.09.2015 hatte ich das Glück, bei einem Dragrace in den USA zuschauen zu können. Das Event, Club Clash pre by Corvette Connection, fand auf dem Bandimere-Speedway statt, der sich in Morrison (Colorado) befindet, nur ein paar Meilen von Denver entfernt. Es ist schon cool, mal auf einer amerikanischen Viertelmeile zu sein.’’

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Soweit Harry Poppe, der geschäftlich in der Gegend weilte und mal gepflegt ein Feierabendgetränk am Strip zu nehmen… lest selbst.’’

’’In Bandimere finden über das Jahr gesehen verschiedene Rennen statt, der Terminplan ist ziemlich voll: Über 125 Events im Jahr. Der Strip wurde 1958 von John Bandimere Senior errichtet. Es finden ca. 28500 Zuschauer auf den Tribünen Platz. Interessant: Die Strecke liegt auf ca. 1770m Höhe, die Temperaturen klettern auf rund 30°C im Sommer. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für Bestzeiten. Zum Vergleich: Hockenheim liegt gerade mal ca. 100m über dem Meeresspiegel, Santa Pod nur ca. 70m, Drachten auf -5 Meter. Das ist ein Unterschied im Umgebungsluftdruck von über 165 mbar!

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Das juckt die Amerikaner herzlich wenig, Tony Schumacher hat 2014 den Streckenrekord auf 3,82s (knapp 320 mph = 512 km/h) runtergeschraubt. Wahnsinn… das bedarf bei dieser Höhe aber auch eine Menge an Tuningmaßnahmen, um die sauerstofarme Luft dennnoch zu Bestzeiten zu verbrennen.
Das Highlight sind die sogenannten MOPAR Mile-High NHRA Nationals, die im Juli stattfinden. Sie sind Teil des legendären Western Swing der NHRA Mellow Yellow Serie, die in drei Wochen drei Rennstrecken anfahren. Dort starten alle Pro-Klassen Top Fuel Dragster, Top Fuel Funny Car sowie Pro Stock und die Sportsman-Klassen Stock, Super Stock, Super Comp, Super Gas und zu guter Letzt Top Sportsman sowie Top Dragster. Die Sportsman-Klassen fahren alle mit Index.
Bemerkenswert ist, dass dort eine Nitro-Quali-Session ungefähr 2,5 Stunden dauert. Sage und schreibe über 30 Top-Fuel Teams (Dragster und FC) fahren dort um die Wurscht. WOW, da geht’s rund!!!

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Am 25.09. waren die Klassen Top Street (Dial-In zwischen 10,50 und 13,99 Sekunden) und Hot Rod (Dial-In mit 14,00 Sekunden und langsamer) am Start. Leider ist die Klasse „Hot Rod“ nicht namensgebend für die Autos, die fahren, sonst wären ein paar echte Hot Rods runtergebrannt. In diesen beiden Klassen müssen die Fahrzeuge straßenzugelassen sein (auch Reifen und Auspuff), was in USA ja doch schon deutlich mehr Spielraum zulässt als bei uns. Elektronische Zeitnahme, Transbrake oder Drehzahlbegrenzer für den Start sind ebenfalls verboten.

Es haben sich alle möglichen Autos im Vorstart getummelt, von der 10,4 – Sekunden – Corvette bis hin zum 20 – Sekunden – PickUp. Duelle alt gegen neu, Aufladung gegen Sauger, schön gegen hässlich, alles vertreten, seht selbst. Gefahren wurde bei einer top Beleuchtung bis spät in die Nacht (Ende erst gegen 23 Uhr).

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Hier sitzt die Oma selbst am Steuer. Ohne Witz, da ist eine 60-jährige Dame im Oldie gefahren. Und hat gegen den Mustang auch noch gewonnen.

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Oldtimer gegen modernen Klassiker, schöne Kombination. Der Bel Air hat mit 12,18 (Index 12,00) tatsächlich gegen die 12,56 der Corvette C7 (Index 12,10) gewonnen.

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Hier sieht man die Querfugen ganz deutlich. Die Strecke besteht aus einzelnen Betonplatten, mit Baustahl verstärkt. Wie auf der Homepage von Bandimere zu lesen ist, läuft´s auch dort nicht immer so ganz rund mit dem Streckenbelag, weswegen er 2008 komplett erneuert wurde. Die Härte: Die Strecke hat eine 100m lange Wasserkühlung im Beton, welche die Oberflächentemperatur um 10°C bis 25°C senkt. Was es nicht alles gibt, saugeil…

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Der kleine Käfer (Dial-In 14,10) hat dem großen Camaro (Dial-In 14,00) gleich mal den Schneid abgekauft und besiegt, er war ein Tausendstel näher am Index (14,111 gegen 14,012), plus besserer Reaktionszeit.

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Hier sieht man schön die Steigung nach der Ziellinie. Diese „natürliche Bremse“ spart Auslaufzone.

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Auf den kleinen Anzeigetafeln sieht der Fahrer auf dem Weg zwischen Burnout und Stage nochmal seine Dial-In-Zeit.

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Am Schluss noch ein Blick auf den Vorstart bzw. die Pairinglanes.

Es war ein schöner Abend mit richtig cooler Atmosphäre. Die Leute / Fahrer sind wie bei uns offen für jedes Gespräch. Die Mile-High Nationals rufen. Oh Mann, wenn´s bloß nicht so weit weg wäre.
So, das war´s endgültig von meiner Seite für 2015. Kommt gut und gesund übern Winter und auf ein Neues in 2016!

Text und Bilder: Harry Poppe (aka Harry Hirsch) unser rasender Reporter für Spezialaufgaben.

 

 

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