Main Event Santa Pod

Earth, Wind and Fire.
Das Main Event 2017 in Santa Pod…
 
Auf geht´s, zu zweit sind wir gut gelaunt gen Pod getigert.
Dort hat uns was erwartet, was ich bis dato noch nicht erlebt habe. Die Temperaturen waren sehr ungewohnt für Santa Pod, die Hitze hat dem einen oder anderen echt zu schaffen gemacht. Der Trainings-Donnerstag war heiß, wirklich heiß. Wie gewohnt sind am Trainingstag alle möglichen Klassen aufgefahren, von Pro ET bis Top Fuel war mal wieder alles dabei. Ein sehr geiler Auftakt.
Ein richtiger Kracher war der allseits beliebte Fast Freddy mit seinem Pick Up Truck. 
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Der Burnout ging wie gewohnt bis fast zur Achtelmeile und was erspähen meine etwas müden Augen am Truck: Keine Turbolader. „Freddy is back, back to the roots“, im wahrsten Sinne des Wortes. Er entsagt dem allgemeinen Trend der Turboaufladung und hat wieder ein dickes Roots-Gebläse a la Mad Max mit dem charakteristischen Scoop montiert. Ein Genuss… Leider ereilte ihn ein übler Tyreshake, der ihm die Fahrertür aufgerissen hat, Freddy musste den Lauf abbrechen. Der Truck hat jetzt auch keinen Wandler (Bestzeit 6,3) mehr verbaut, sondern ist auf Kupplung (Bestzeit 6,03) rückgerüstet. In den Pits erzählt er mir, dass ihm der turboaufgeladene Motor um die Ohren geflogen ist und er deswegen wieder zurückgegangen ist. Zitat: „I sold the Turbo-Shit.“ Wie geil…
Ein anderer altbekannter Pro Mod-Pilot war ebenfalls am Start, Bruno Bader aus der Schweiz. Auch ihn hat der Tyreshake gebeutelt und er musste abbrechen. Marco Maurischat, der PM-Fahrer aus dem Kreis Pinneberg, „rolls the beams“, fährt also ohne zu stagen über die Lichtschranken, kann aber wenigstens die Technik testen. Nachdem er bei den National Finals 2016 in Pod mit 6,13s der Top Qualifier war, hat Marco aus Sicherheitsgründen ein „geupdatetes“ Fahrwerk für 2017 verbaut. Hoffentlich hilft‘s!
Timo Habermann, der deutsche Top Methanol-Dragsterpilot, tritt mit neuem Design und neuem Sponsor auf, musste den Lauf jedoch ebenfalls abbrechen.
Zu guter Letzt wurde der Trainigstag noch mit zwei Top Fuel  Läufen gesegnet. Micke Kagered wurde jedoch von den Gremlins heimgesucht, die ihm die Zündung ziemlich verstellt haben, weswegen sich der Dragster ungesund angehört hat und Micke nach dem Burnout abgeschaltet hat. Erfolgreicher war der Schweizer Urs Erbacher, der zum Technik-Check den Dragster die Quartermile runterjagen möchte. Seine Tochter India, die bis jetzt Top Methanol-Dragster (A-Fuel) gefahren ist, soll an diesem Wochenende ihre Top Fuel-Lizenz machen. Hierfür sind mindestens zwei Läufe notwendig, der erste ist für Freitag eingeplant. India kann an diesem Wochenende wegen der Lizenz-Läufe keine Meisterschafts-Läufe fahren, weswegen Urs Punkte in Pod einsammeln möchte.
Soviel vom Donnerstag, ein super Warmup.
Am Freitag waren dann wie gewohnt die Sportsman-Klassen dran. Die Temperaturen waren wie am Donnerstag sehr hoch, die Sonnencreme war im Dauereinsatz. Dazu kam ein ziemlich strammer Wind.
Die Berliner Jungs mit Guido Uhlir als Fahrer haben sich für die Klasse Competition Eliminator ein neues Gerät aufgebaut. Der bekannte Manta B mit Procharger steht nach einigem Ärger daheim, hier in Pod ist der bildschön neu aufgebaute Manta A im Einsatz. Als Aggregat dient ein 10,4 Liter großer V8-Sauger, der fahrzeugspezifische Index ist damit 7,56s. 
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Leider ist dem Team der Halter vom Fallschirm abgerissen. Da sieht man mal, welche Kräfte am Material zerren. Jon Webster Racing aus Poddington, wo der Manta auch gebaut wurde, hat sich in Form des Chefs, Jon Webster dem Kultauto aus Rüsselsheim angenommen. Das Team hatte nach der Reparatur für Quali Nummer sieben am Samstag noch jede Menge zu tun, sie mussten das Getriebe ausbauen und sind dann gerade so fertig geworden. Guido hatte an diesem Wochenende immer wieder damit zu kämpfen, dass der Manta mal nach links, mal nach rechts zog. In Runde eins verliert Guido am Montag gegen den Deutschen Robin Sattler im Dragster.
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Das Team wird das Setup in den nächsten Wochen immer weiter verbessern und wir drücken die Daumen, dass die Index-Zeit bald deutlich unterboten wird.
Der deutsche Super Pro ET Pilot Marc Henney war mit seinem Ethanol Guzzler zwischenzeitlich auf Platz fünf in dem 36 Teilnehmer großen Feld platziert. Super Position. Doch dann nahte das Unheil… Marc hört ein seltsames Geräusch vom Motor und schaltet ab. In den Pits macht er sich mit Crew-Chief Stefan sofort auf die Suche. Die beiden finden die Ursache, welche gleichzeitig das Aus für das Wochenende bedeutet. Der Schnorchel der Ölpumpe ist abgerissen, dadurch kann die Pumpe kein Öl mehr fördern und die Lager laufen trocken. Die Lager gefällt das gar nicht und sie fressen sich dann auch postwendend in die Kurbelwelle rein. Bei Marc hat‘s die Pleuellager erwischt. Das war´s dann…
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Sehr bitter für das Team mit dem kleinen Budget, aber Marc lässt den Kopf nicht hängen und möchte den Dragster mit überholtem Motor so schnell wie möglich wieder an die Startlinie bringen! Wir drücken die Daumen! Hoffentlich klappt‘s zu den Nitros dieses Jahr (Ed-Marc war in Pod bei den Summernat‘s schon wieder am Start).
 
Am Samstag ging‘s dann richtig zur Sache, die Sportsman Klassen wie auch die FIA-Klassen haben ihre Quali-Läufe durchgezogen. Los ging´s wie immer mit den Sportsman Klassen Super Pro ET und Competition Eliminator, danach rollten die FIA-Klassen an.
Angefangen hat die Klasse Top Methanol, in welcher ab diesem Jahr nicht mehr zwischen Dragster und Funny Car unterschieden wird. Da fragt man sich, wie das bei den Eliminations an der Ampel funktionieren soll. Bekommen die FC, welche in der Regel etwas langsamer sind einen Vorsprung a la ET-Klassen oder wie läuft das? Wie auf Eurodragster.com zu lesen ist, werden die FC am Start einen Vorteil von 0,26s bekommen. Angefangen hat Steph‘ Milam im Funny Car mit einem zurückhaltenden Lauf (in 7,2s auf 188 mph). Da geht noch viel mehr! Rod Harrison tritt gegen Dennis Habermann an, bekommt nach dem Burnout den Rückwärtsgang leider nicht rein und kriecht bis zur ersten Ausfahrt. Dennis muss deswegen recht lange warten, was den Dragster unnötig aufheizt. Trotzdem legt er eine stattliche 5,59 hin und beschleunigt auf 259 mph. Sauber. Sein Bruder Timo fährt gegen Jonny Lagg. Beide pflücken sich eine rote Kirsche vom Baum, Jonny war so früh dran, sodass sich nicht mal die Zeitnahme aktiviert hat. Timo fährt eine 5,75 (256 mph). Die Habermänner fahren dieses Jahr mit einem neuen Zündsystem. Für die Saison sind fünf Rennen eingeplant. Wir sind gespannt…
Weiter gehts mit den Pro Modifieds, den Doorslammern. Marco Maurischat (6.96) kommt mit der Corvette C1 nach dem Start leicht quer und hat gegen Wayne Nicholson (6,52) das Nachsehen. Fast Freddy verliert mit 7,62 gegen Kev Slyfield im 57er Thunderbird, der eine bombige 6,15 hinlegt und damit in Q1 Top Qualifier wird. Der Schweizer Marcus Hilt feiert ein Pedalfest (rauf-runter-rauf-runter vom Gas) und fährt nur eine 8,6 gegen den starken Bert Englefield (6,30) im 38er Ford Coupe. Marcus hat für 2017 nach einigem Ärger mit den Pleueln viele neue Komponenten installiert. Das Team, welches dieses Jahr zum Teil aus Mitgliedern von Thomas Stiefels Rennstall besteht (er pausiert 2017), peilt Platz acht oder neun für die Quali an. Weiter ging‘s mit dem Schweizer Bruno Bader, der mit seiner Corvette C2 und einer 6,26 den Favoriten Micke Gullqvist (10,1s) sauber
verblasen hat. Jimmy Alund, der vorher Pro Stock gefahren ist, pilotiert den bekannten Old 51 auf eine 6,30. Einige Fahrer haben Qualirunde eins ausgelassen, darunter auch der Deutsche Norbert Kuno mit seinem Dodge Avenger.
Nach den PM gilts, jetzt kommen die Top Fueler, die Königsklasse des Dragracings. Den Beginn macht Antti Horto, der früher schon mit Rune Fjelds Dragster am Start war. Bei seinem Byerun fährt er eine 5,0. Hierauf folgt ein sehr bewegender Moment. Promoter und Santa Pod – Chef Keith Bartlett bittet am Mikrofon um eine Schweigeminute, bei der wir der Opfer des Anschlags von Manchester gedacht. Das Schweizer Urgestein Urs Erbacher hat danach auch einen Byerun, fährt also alleine die Quartermile runter (4,9s), weil das Aggregat seines Gegners Duncan Micallef nicht anspringen will. Liam Jones, der bei den European Finals 2016 eine 3,89 gefahren ist, fährt jetzt eine 4,31 (219 mph), obwohl er früh abgeschaltet hat und schlägt damit Micke Kagered (7,7s). Der Däne Stig Neergaard lupft sehr früh und kommt nicht weit, die amtierende Europameisterin und Publikumsliebling Anita Mäkelä musste vor dem Stagen, also bevor sie in die Lichtschranke fährt, leider abschalten. Anita hat, wie viele andere TF-Teams, viele neue Komponenten am Dragster verbaut. Bis auf das Kurbelgehäuse ist alles neu, darum hat sie sich eigentlich einen Testlauf für Donnerstag gewünscht. Sie setzt auf ihr Team und ist für die Titelverteidigung zuversichtlich, wie immer… Wir sind gespannt!
Nach den Dragstern sind die Funny Cars an der Reihe, das Undertaker FC mit Steve Ashdown fährt eine 5,6, Kevin Kent im West Ten Funnycar bringt es bei seinem Byerun auf eine 7,9, nachdem Birgitte Bremnes´ Mustang den Dienst versagt hat. Eine kleine Kuriosität am Rande… Die Streckencrew rund um Ian Marshall hat beim Beseitigen von Kupplungsstaub und sonstigen störenden Sachen die Tür des John Deere zerlegt. Die schnell herbeigeeilten Kollegen hatten ihre liebe Mühe, alle Glassplitter von der klebrigen Strecke zu entfernen… 
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In Q1 der TF-Bikes fiel auf, dass bis auf Rikard Gustafsson (in 6,11s auf 220 mph) keiner den Lauf voll durchgezogen hat. Verständlich, die meisten Teams haben nach dem Winter in Q1 ihren ersten Einsatz des Jahres und da schont man das Material und schaut erst mal, ob alles hält.
Bevor die Sportsman Klassen Q7 in Angriff nehmen, bläst der allseits bekannte und beliebte Franzose Eric Teboul mit seinem Rocketbike die 402,33 Meter in astreien 5,40s runter und beschleunigt dabei auf 261 mph (420 km/h). Verrückt, aber geil!
Q2 der FIA-Klassen.
Bei den Top Methanolern sorgen die Habermann-Brüder wieder für Aufmerksamkeit! Beide fahren eine 5,526, Dennis mit 259,66 mph, Timo mit 259,00 mph. Gerade einmal 0,000013 Sekunden trennen die beiden. Sachen gibt´s…
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Der Finne Petteri Liimatainen fährt seinen zweiten Lizenzlauf für Top Methanol. Der Kompressorriemen verabschiedet sich, er rennt trotzdem in knackigen 5,61s (230 mph) runter. Sauber! Der Belgier Sandro Bellio nimmt wieder im Funny Car seines Vaters Danny Platz, muss jedoch wegen heftigem Tyreshake abbrechen.
Pro Mod:
Der Deutsche Norbert Kuno ist dieses Jahr mit neuer Fahrwerkstechnik am Start und hat sich für das Setup Unterstützung aus USA geholt. Nachdem er Q1 ausgelassen hat, lupft er bei ca. 1000 Fuß und fährt er eine zurückhaltende 7,66, um Daten zu sammeln und den Dodge Avenger in den Pits zu optimieren. Der Kupplung hat der Lauf nicht so gut gefallen und das Team musste bis spät in die Nacht an ihr arbeiten.
Beim Duell der Corvetten bzw. beim Duell Schweiz gegen Deutschland stehen Marcus Hilt und Marco Maurischat nebeneinander. Marco hat einen 2016er Motor von den Lindbergs in seiner C1 verbaut und fährt damit eine stattliche 6,31 (226 mph). Seine Wheeliebar hat sich ziemlich kaltverformt, weswegen er in den Pits das Schweißgerät schwingen musste.
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Marcus, der Probleme mit der Zündung hat, fährt ein Rotlicht. Noch dazu ist der Blower abgehoben, das bedeutet viel Schrauberei in den Pits.
Einen sehr langen Weg aus Kuwait hat Hussain Al Shammari mit seinem Camaro auf sich genommen. Die 0,95s auf 60 Fuß waren schon stramm, danach jedoch sprühten Funken unter dem Chevy hervor und der Lauf war beendet. Massive Probleme im Bereich Kupplung/Kurbelwelle bedeuten das Aus für ihn an diesem Wochenende. Bruno Bader muss vor dem Stagen abschalten, bekommt aber am Ende der FIA Q2-Session nochmal eine Chance. Tireshake und das Auto zieht Richtung Mauer. Bruno muss lupfen und kann noch eine 6,42 fahren. Auffällig ist, dass sich recht viele Fahrer eine Kirsche vom Baum pflücken, dass sie also die Lichtschranken verlassen, bevor an der Ampel (Christmastree) das grüne Licht brennt. In den Pits wurde auch fleißig darüber philosophiert, ob das wohl daran liegt, dass die nun verbauten LED-Lampen anders reagieren als die alten mit Glühfaden…
Bei den Top Fuelern fährt Anita trotz heftigem Gegenwind eine 4,12 (278 mph), Duncan Micallef eine 4,26, obwohl offensichtlich auf Bank 2 des Nitro-V8 nicht alle Töpfe gebrannt haben, die Zeiten der restlichen Fahrer waren so lala…
Dasselbe gilt für die TF-Bikes. Interessant war der Plausch mit unseren Nachbarn im Fahrerlager, den Maltesern, die in der Klasse Super Street Bike antraten. Leider hat sich die Kette des Bikes verabschiedet und dadurch eine Menge Schaden verursacht. Nachtschicht… Auf Malta gibt es diverse Quartermile-Piloten, u.a. auch einen Mazda RX7, der mit seinem turboaufgeladenen Wankelmotor (zwei Scheiben) eine 7,20 (auf 188 mph) schafft. Respekt. Damit ist der Wagen das schnellste Auto mit Wankelmotor auf der Viertelmeile in Europa. Wer sich das mal auf Facebook anschauen will, findet die Jungs unter El Godfather Racing. Momentan sind sie dabei, einen Wankel-Dragster aufzubauen. Mal sehen, was dabei rauskommt. In Europa ist die Begeisterung dafür überschaubar, in den USA scheint es eine viel größere Fangemeinde für die Wankels zu geben… (Ed-und in Puerto Rico und Brasilien und Australien erstmal… Grüße an Mr. Müller, Wankelguru aus BRD… seid gespannt).
Also weiter mit Tag drei der Qualis, dem Sonntag.
Top Mehtanol:
Der amtierende Europameister Jonny Lagg fährt einen Byerun und mit einer 5,84 auf Platz drei der Quali, Timo ist nach Q3 mit 5,48s auf Platz zwei, Dennis mit 5,46s auf Platz eins.
Bei den Pro Mods tritt Marcus Hilt gegen den Superbird von Marck Harteveld an, beide werden vom allseits gefürchteten Tyreshake heimgesucht, was man auch ganz deutlich an den „Rattermarken“ im Bereich der 60 Fuß gesehen hat. Bei beiden war nicht mehr als eine Zeit von 9 Sekunden drin, bei Marcus hat´s schon wieder den Blower gelupft.
Dann auf einmal ein Ausrufezeichen aus Deutschland! Norbert ist für Q3 gut vorbereitet, er fliegt in 6,22s auf 230 mph und besiegt Bruno Bader (7,5s). Am Ende des Laufs ist bei Norbert etwas Rauch zu sehen, hoffentlich nix Schlimmes, damit er in Q4 alles geben kann! David Vegter haut in seinem 67er Camaro nochmal richtig einen raus und ist mit 6,1s nach Q3 auf Platz 1!
Top Fuel:
Micke Kagered hat einen Byerun, vor dem Ziel verabschiedet sich sein V8 mit einem großen Feuerball und einem dumpfen KaBooom. Immerhin fährt er eine 4,23. Liam Jones lässt die Puppen nochmal richtig tanzen und legt mit dem Dragster von Rune Fjeld eine 3,97 (301 mph) hin, da kann Antti Horto nur zuschauen. Damit ist Liam Top Qualifier. Nachdem Anita mit 4,006s diese Barriere auch fast knackt, ist sie auf Platz 2…
Jetzt finden schon die ersten Ausscheidungsläufe (Eliminations) der Sportsman-Klassen statt.
Der Deutsche Michael Maderer (Super Pro ET) unterliegt im wunderschönen 8er BMW
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seinem Gegner Wouter van Leersum. Das Team ist seit zehn Jahren im Dragracing aktiv, fuhr bis 2012 einen BMW E30 Touring (Small Block) und hat sich dann einen 8er vom Schrottplatz geholt. In Eigenregie wurde die Karosserie in GFK nachgeformt und über das Chassis der gelben Competition Eliminator – Corvette C4 der Kath Brothers gestülpt (ex-Seek and Destroy). Das Herz schlägt in Form eines gedrosselten Pro Stock V8 von Malmgren. Bei den NitrOlympX 2016 hat diese Kombination für eine Platzierung im Halbfinale gereicht. Das Team hat an diesem Wochenende wie alle andern auch mit der Hitze zu kämpfen, musste den Index senken und war auf Platz 26 qualifiziert. Wäre Michael an der Ampel etwas schneller gewesen, wäre es vielleicht weitergegangen. Aber that´s Dragracing, wer eine gute Reaktionszeit hinlegt, hat schon halb gewonnen…
Bei den Top Methanolern hat sich Jonny Lagg auf 5,70s verbessert, alle anderen Läufe brachten keine Verbesserung.
Anders bei den PM. Hier hat der amtierende Europameister Micke Gullqvist mit 6,25s endlich mal einen hingelegt. Der hat Nerven. Der Camaro zog mal nach links, mal nach rechts, Micke musste lupfen und ist danach wieder voll drauf. Das ist jedoch nix gegen die 6,01 von Jimmy Alund, dem Ex-Pro Stock-Piloten im Old 51. Damit schlägt er auch die 6,03 von Bruno Bader und ist somit Top Qualifier.
Marcus Hilt´s Corvette zickt und brennt zwei zu magere Kolben durch, verteilt viel Öl und Qualm, ist aber mit 6,55s auf Platz 12 dabei! Wir sind heiß drauf, wie´s weitergeht!
Bei der Königsklasse tut sich bis auf die 4,06 von Anti Hortto (der sich damit auf Platz 3 der Quali schiebt) auch nicht viel. Beeindruckend war der Lizenzlauf von India Erbacher. Er muss laut Vorgabe schneller sein als 4,72. Ab der Achtelmeile kam der Fueler ins Schleudern, blieb aber auf der Spur. India blieb auf dem Gas: 4,30. Respekt! Eine Frau mit Eiern!!! (Ed-hoffe das liest sie nicht,… Harry.)
Ein weiteres „Chapeau“ war an diesem Nachmittag wieder Eric Teboul sicher. Er hat ein wenig nachgelegt und mit 279 mph (446 km/h) nochmal richtig Gas gegeben (5,34s). Sensationell…
Am Montag war´s dann endlich soweit: Renntag!
Nach Runde drei der Super Pro ET waren die Pro Mods an der Reihe.
Der Engländer Andy Robinson hat Tyreshake und keine Chance gegen die 6,25 des Willy´s von Bobby Wallace. Marco Maurischat, der mit dem neuen Fahrwerk nicht glücklich war und wieder auf den Stand von 2016 rückgerüstet hat, fährt eine gute 6,44 (221 mph), wurde jedoch gnadenlos von Gullqvist versägt (in 5,93s auf 243 mph). Trotzdem Applaus für Marco, der seine Corvette dieses Jahr in Pod stehen lassen wird und bei den FIA-Läufen im restlichen Europa aussetzen wird! 
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Dann wird‘s interessant: Hilt gegen Kuno, die Spannung steigt. Beide haben mit 225 mph den identischen Top Speed, Norbert muss kurz vom Gas und unterliegt mit 6,42 der 6,38 von Marcus. Sauber… 
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Bruno Bader lässts krachen und kickt mit 6,03s den Plymouth Superbird des Teams Voodoo Hemi Racing (6,30s) raus.
Fast Freddy gibt alles und fährt mit 6,29s seine Bestzeit des Wochenendes, Jimmy Alund lässt sich nicht lumpen und haut Freddy mit einer 6,05 raus…
Runde eins der TF sorgte dann für die eine oder andere Überraschung. Rune Fjelds Team hat tip top gearbeitet und es Antti Horto ermöglicht, wieder eine 3er Zeit zu fahren. Micke Kagered hat mit seiner 4,3 gegen diese 3,97s nur das Nachsehen. Danach schon wieder eine 3. Duncan Micallef fährt mit einem weiteren Rune Fjeld – Dragster eine 3,99 und besiegt Anita Mäkelä, die mit 4,03s auch zügig unterwegs war. Es hat halt nicht gereicht… 
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Auch Urs Erbacher schafft‘s nicht: Er fliegt mit 4,54 gegen Stig Neergaards 4,16 raus. Somit kann der eine oder andere Publikumsliebling seine sieben Sachen packen und die Heimreise antreten…
Schade, dass der Top Fuel Funny Car – Mustang von Birgitte Bremnes nach dem Burnout den Geist aufgegeben hat. Birgitte hat sich später am Mikro für die harte Arbeit ihres Teams bedankt. Ihr Widersacher Kevin Kent im West Ten Funny Car hat leichtes Spiel und fährt eine 5,78. Bei Steve Ashdown brannten im Undertaker FC nicht alle Zylinder und er beendete den Byerun mit einer 11,8.
Die Top Methanoler feierten eine Premiere. Zum ersten Mal im europäischen Dragracing gibt es einen TM-Ausscheidungslauf mit Funny Car gegen Dragster. Und postwendend gewinnt das FC. Steph Milam lässt Lagg dank großartiger Arbeit am Lenkrad mit ihrer 6,04 keine Sonne, er unterliegt mit 6,17s. 
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Timo Habermann fährt mit 5,51s durch den Tireshake durch und gewinnt gegen Harrisons 6,3. Sein Bruder Dennis hat einen Byerun und lupft im Bereich der Achtelmeile. So weit, so gut. Doch dann ging‘s los. Dunkle Wolken formierten sich am Horizont, das Verderben war im Anmarsch. Nach den Top Fuel Bikes fing es an zu Tröpfeln. Nicht sehr viel, aber zuviel fürs Dragracing. Unermüdlich und tapfer kämpfte die Streckencrew gegen den Regen, der Mal mehr, mal weniger runterkam. Gegen 17.30 Uhr hatte es lange genug nicht mehr geregnet und die Strecke war wieder piccobello präpariert.
Die Pro Stock Bikes konnten endlich ihre 1. Runde fahren, daraufhin folgte Runde 2 der Super Street Bikes. Garry Bowes Bike war lange im Shut Down Bereich, dadurch konnten Mogens Lund und Robert Nilsson nach dem Burnout nicht starten. Ihr Lauf wurde auf das Ende von Runde 2 der Pro Mods verschoben.
In dieser zweiten Runde nagelt Alund mit dem Old 51 eine 5,96 ins Brett, Wallace fährt mit 6,22s nur hinterher. Marcus Hilt hat wahrscheinlich das Rotlicht von Slyfield im Chevy Thunderbird gesehen, weswegen ihm eine 10,2 für den Sieg reicht. Bruno Bader will Micke Gullqvist schlagen, was jedoch auch mit einer sauberen 6,06 nicht gelingt. Micke fährt eine bärenstarke 5,95. 
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Zum Schluss brennt David Vegter im Camaro in 6,13s die Quartermile runter und lässt Wayne Nicholson in der silbernen C2 – Corvette alt aussehen.
So, jetzt steht noch der Lauf von Lund gegen Nilsson an. Dem gegenüber stehen die sich von der Auslaufzone annähernden pechschwarzen Wolken. Die Biker kamen nicht mehr zu ihrem Lauf, weswegen die komplette Runde 2 der SSB nicht gewertet wird.
Der Himmel öffnete sämtliche Schleusen, eilig flüchteten die Zuschauer von Tribüne und Erdwall. Begleitet wurde der Regen durch die unheilvollen Worte von Sprecher Colin Theobald: „Game Over“. Das war´s. Das Rennen ist abgesagt, keine weiteren Läufe mehr an diesem Main Event.
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Verständlich, wenn man bedenkt, dass das Präparieren der Strecke über eine Stunde dauert, nachdem es zu regnen aufgehört hat. Noch dazu war es bereits knapp 18 Uhr. Und es darf in Pod maximal bis 21 Uhr gefahren werden… 
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Tja, das war das Ende des Main Events 2017. Schade, dass wir die Eliminations nicht zu Ende fahren konnten. Trotzdem war es eine gelungene Veranstaltung mit recht wechselhaftem Wetter. Von sengendem Sonnenschein mit Hitze und starkem Wind bis zu Regen war mal wieder alles dabei. In Pod muss man sich echt auf alles einstellen. Und damit die vier Elemente vollzählig sind, darf das Feuer natürlich nicht vergessen werden. Das kam jedoch zum Glück nur aus den Rohren der V8-Triebwerke und aus den Jet-Dragstern.
An dieser Stelle möchte ich mich wieder bei allen Teams für die freundlichen und offenen Gespräche bedanken, bei Santa Pod für die (wie immer) professionelle Organisation bzw. Veranstaltung sowie bei meiner (Co-)Pilotin.
Man sieht sich bei den Nitros in Hockenheim und dann (hoffentlich) bei den Finals im September!
Harry Poppe (Hirsch)
Text und Bilder