Main Event Santapod Raceway – FIA EM Klassen

The Main Event, 25.-28.5. 2018, Santapod Raceway.

Der Auftakt der Dragracing Europameisterschaft für Autos und Motorräder ist traditionell im britischen Santapod. Die neue Strecke aus Beton hat schon bewiesen, dass sie zum einen neue Setups der Fahrzeuge benötigt, zum anderen sehr schnelle Zeiten zulässt, wenn Wetter und Setup passen.

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Das Wetter spielte im Verlauf der 4 Tage sehr gut mit. Regen und Unwetter beschränkten sich auf die Nachtstunden, so dass an 2 Tagen lediglich etwas später begonnen werden konnte, tagsüber war das Wetter sehr freundlich und warm. Beste Voraussetzungen für ein spannendes Rennwochenende.

In den Sportsman Klassen waren recht viele kontinentale Europäer am Start. In den Bracket Klassen konnte man Punkte für die Pro ET und Supro ET Challenge sammeln, in Super Gas gab es ein Shootout mit gutem Preisgeld.  Gute Gründe für eine Inselfahrt.

Zu den einzelnen Klassen:

Top Fuel:

Ein volles Feld. Neun Teilnehmer*innen bewerben sich um ein 8er Feld. Micke Kargered schafft es nicht. Er schafft es dafür in einem Qualilauf die Herzen und Gesichter der umstehenden mit einem Feuerball zu erwärmen. Nix weiter passiert. Im nächsten Qualilauf war er wieder am Start.

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Kargered

Die 3.9er Zeiten, die glich von der Hälfte des Feldes gefahren wurden beweisen zum einen, dass die Strecke Potential hat, zum anderen, das die Setups funktionieren. Hut ab, Top Fuel schwächelt gerne Mal, abgebrochene Läufe und schlechte Performance, aber hier nicht. Top.

Antti Horto ist Top Qualifyer mit 3.904 Sekunden, vor Liam Jones mit 3.905 Sekunden, vor Duncan und Anita.

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Horto

Runde 1 war dann schwer. Qualis wurden in der Sonne gefahren, E1 bei Hochnebel, Wolken, kühleren Temperaturen.

Girlpower im Duell Anita Mäkäle gegen India Erbacher. India „double stepped“ während die Ampel läuft, ohne ein Rotlicht zu fahren, Anita gewinnt in 3,98 Sekunden.

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Mäkelä

Liam Jones gewinnt ein Pedalfest gegen Stefan Gunnarson. Antti Horto gewinnt in einem weiteren Pedalfest gegen Björn Martensen.

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Gunnarson

Stig Neegraarg gewinnt gegen den amtierenden Meister Micallef. Beide vom Start up in smoke. Neergaard noch ein paarmal aufs Gas. Wilde Schlenker, verlässt nicht die Bahn, als erster im Ziel.

Runde zwei: Im finnishen Duell Anita gegen Antti gewinnt Anita mit einer weiteren 3.9er Zeit. Neergaard bekommt den Sieg von Liam Jones durch ein Rotlicht geschenkt. Der Däne ging wieder „up in smoke“ und hätte sonst verloren. Das ist eben Raceday.

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Jones

Finale: Anita verliert gegen Stig. Beide rollen ab der Hälfte der Strecke nur noch aus… Gratulation nach Dänemark. Schnelle Zeiten gab es, das lässt auf eine gute Saison hoffen.

Neergaard

Neergaard

Top Methanol:

Dragster und Funnycars in einer Klasse. Die Funnycars bekommen 0.22 Sekunden von ihren Laufzeiten abgezogen. Im Rennen diese Zeit als Vorsprung. Somit wird die stärkere Performance der Dragster ausgeglichen.

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Dennis

Die Brüder Dennis und Timo Habermann dominieren das Rennen. Neue Setups sind in den Dragstern, die erst einmal erprobt werden müssen. So Werner Habermann, Vater der beiden Fahrer. „Is klar ne…“ In Q1 dann side by side 5.32 Sekunden (Dennis) gegen 5.38 Sekunden (Timo). Bam, das waren dann auch nach 4 Läufen die Plätze 1 und 2 für die Beiden. Gebt ihnen Geld für ne Überfahrt.. die würden wie die Lindbergs auch in den USA bei den TMD gut mitmischen. Das ist aber ein anderes Thema.

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Sandro Bellio

Im Rennen dann Setzt sich Jürgen Nagel im FC gegen Sandro Bellio durch. Die Belgier haben ein schnelles FC, an diesem Wochenende lief aber nicht alles zusammen und Sie fuhren keine guten Zeiten.

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Nagel

Jonny Lagg im A Fueler setzt sich (das Wochenende über mit konstanten 5.4er Zeiten) gegen Rod Harrison durch.

Timo gewinnt ein „Pedalfest“ gegen Micke Larsson. Dennis hat einen Byerun.

Im Halbfinale dann drei Deutsche. Dennis gewinnt gegen Jürgen Nagel und Timo gegen Jonny Lagg.

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Lagg

Im Finale setzt sich Timo mit einer 5.30 Sekunden Zeit gegen Dennis mit 5.37 Sekunden durch.

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Team Habermann

Ihr Ziel ist es die komplette EM Tour zu fahren und dann aufzuhören…

Pro Modified:

Neunzehn Teams auf der Entryliste, nicht ganz so viele in der Qualifikation. Das Pro Dutch Team um Michel Tooren hatte die Woche zuvor beim Doorslammers Event einen Abflug. Das Auto ist direkt zu Andy Robinson Racecars gewandert um im Laufe der Saison wieder am Start zu sein. Wir drücken den Holländern die Daumen. Ebenso nicht in der Quali, das Team Voodoohemi Racing um Marck Hartefeld. Auch beim Doorslammers Event abgeflogen und hier wird es bis nächstes Jahr dauern bis die Jungs wieder zurück sind (wenn alles gut läuft).

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Wacker

In der Quali hatte auch Jon Webster seine Probleme, Köpfe bei seinem Turbo Mod geschrottet, mehrfach. Peter Wacker im Roofers Toy hatte nur einen Qualilauf. Am Doorslammers Event hatte er auch schon Probleme mit dem Roofers Toy. Beim Main Event dann auch das vorzeitige Aus.

Gullqvist, Alund, Robinson und Vegter sind die ersten 4 nach der Quali. Alle in den 5.8ern und 5.9ern. Norbert Kuno mit 6.14 Sekunden ist Neunter.

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Vegter

Renntag. Auch hier ist das erste Mal am Wochenende kühles, neblig feuchtes Wetter am Start. Wer hat da das passende Setup im Gepäck. Das wird spannend, da kann es ungewohnte Ergebnisse geben.

Kuno mit Byerun weiter. Kev Slyfield im Thunderbird kann nicht starten, und das nach einer Top Quali, mit PB in den 6.1ern.

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Slyfield

Fast Freddy gegen Bruno Bader… Freddy musste noch über Nacht Teile einfliegen lassen. Schaffte es zum Rennstart. Grünes Licht,  wilder Ritt für beide. Sehr wilder ritt. Freddy mit 6.6 Sekunden knapp vor Bruno im Ziel. Bader hatte in der Quali einen kapitalen Motorschaden, das kommt selten, aber auch bei ihm leider vor.

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Bader

Jan Ericsson behält gegen Wayne Nickolson im staging Duell die Nerven, fährt einen Holeshot win heraus.

Kim Christiansen fährt im Byerun eine 6.0 Sekunden Zeit. Es geht auch unter diesen Bedingungen. Man muss aber seine Sachen beisammen haben. Jean Dulamon wurde nicht gesichtet.

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Christensen

David Vegter lässt Bobby Wallace keine Chance. 6.1 Sekunden schlägt der Brite diesmal nicht.

Robinson Gewinnt gegen Hilt, Alund gegen Webster (der tritt nicht an) und Gullqvist hat einen Byerun, da Peter Wacker schon auf dem Heimweg war.

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Hilt

Runde 2, gegen 13.30 Uhr war die Sonne wieder draußen, nun wird es ernst.

Alund gegen Fast Freddy. Freddy kommt mit seinen 6.09 Sekunden flott ins Ziel. Er will unbedingt die 5 knacken… doch hier ist Ende Gelände. Alund gewinnt mit 5.91 Sekunden.

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Fast Freddy

Norbert verliert gegen Gullqvist. Der Schwede hatte Lanechoise und  Norbert für seine Bahn „nicht die richtige Übersetzung dabei“, so berichtete er später. Gullqvist klar weiter.

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Kuno

Vegter gewinnt gegen Christiansen durch Rotlicht. Jan Ericksson gegen Robinson.

Halbfinale: Zwei fantastische Halbfinalläufe. Die langsamste Zeit war 6.02 Sekunden. Alund setzt sich mit 5.9 Sekunden gegen Ericksson mit 6.02 Sekunden durch. Gullqvist mit 5,92 Sekunden gegen Vegters 6.01 Sekunden. Das kann ja noch heiter werden diese Saison. Viele Fahrer, die konstant zwischen 5.8, 5.9 und 6.0 Sekunden fahren. Da werden in der Elimination keine Fehler mehr verziehen.

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Robinson

Finale:

Mittlerweile ein Klassiker. Gullqvist gegen Alund. Der multiple Pro Stock Champion der FIA, Gewinner des NHRA 4 Wide Rennens in Charlotte vor ein paar Jahren gegen Gullqvist, der multiple Pro Mod Champ der FIA und NHRA Gatornationals Pro Mod Gewinner… im Moment geht es nicht besser bei den FIA Doorslammern. Alund holte sich letztes Wochenende bei den Doorslammern den Sieg und 10 000 Pfund Preisgeld. Gullqvist fährt mit leichtem Shake eine 5.90 Sekunden Zeit, Alund muss auf halber Strecke aufgeben und verliert.

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Gullqvist

Pro Stock.

Ein 4er Feld tritt an. Malmgren Ljungdahl, Noren und Enryd.

Ljungdahl, Enryd, Malmgren heißt es nach der Quali.

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Noren

Im Rennen dann Ljungdahl Rot gegen Noren und Enryd setzt sich gegen Malmgren durch.

Im Finale dann unterliegt Noren gegen Enryd.

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Enryd

Die EM geht in ein paar Wochen in Schweden / Tierp weiter. Danach nach Finnland/Alastaro, Hockenheim, Tierp und Santapod. 

Text und Bilder, Markus Münch