NOX FIA Bericht

Nitrolympx 18.-20.8.2017, Hockenheimring
Dieses Jahr haben die Nitrolympx viele Gewinner. Der Veranstalter (Hockenheimring und BMC) können sich über ein ausverkauftes Haus bei der Nightshow freuen. Die Zuschauer und Teams fanden eine top präparierte Rico Ahntes Quartermile vor, die endlich wieder in den europäischen Rekordbüchern zu finden ist (Top Fuel Bike Speed und Pro Stock Bike Speed). Es gab auch Rekordverdächtig viel Oildowns auf der Strecke, mit Rekordverdächtiger Downtime. Daraus resultierte leider auch bei fast jeder Klasse eine gestrichener Qualilauf. Leider gab es auch ein paar Verlierer, in der Supro ET Elimination lief die Ampel nicht immer wie sie soll und ein paar Teams wurden so ohne fairen Wettstreit mit dem Gegner aus dem Wettbewerb verabschiedet.
 
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Micallef

Zu den einzelnen Klassen. Top Fuel, die Namenspatronen der Veranstaltung und der Publikumsmagnet weltweit. Duncan Micallef aus Malta dominiert dieses Jahr in seinem Rune Fjeld Motorsport Dragster. Jedes Rennen hat er in diesem Jahr bisher gewonnen, wird es hier anderes sein? Die aktuelle Meisterin und Eventsiegerin des vergangenen Jahres Anita Mäkelä kam nach vielen Mechanischen Schäden noch nicht so ins Rollen. Jndia Erbacher sitzt in ihrem ersten Rennen in einem Fueler, Urs hat den Staffelstab endgültig weitergegeben. Der Rummel um einen der Topstars des Events war groß, ebenso die Erwartungen an sein Team und seine Tochter.
 
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Mäkelä

In der Qualifikation setzte sich der Brite Liam Jones mit 4.040 Sekunden vor Stig Neergaard und Anti Horto an die Spitze. Für Micallef lief es nicht so gut, 4.2 Sekunden stehen für ihn zu Buche. Jndia konnte sich von Lauf zu Lauf steigern und brachte es am Ende auf eine 4.9 Sekunden Zeit, war damit nur siebte und letzte. Das ist nur Qualifying, nun das Rennen.
 
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Jndia Erbacher

Jones als Top Qualifyer mit einem Byerun, sicher im Halbfinale. Anita gegen Duncan, Anita fährt ihre beste Zeit des Wochenendes, doch ihre 4.183 Sekunden Zeit reicht bei weitem nicht gegen Duncans unwiderstehliche 3.991 Sekunden. Neergaard gegen Jndia Erbacher. Stig bekommt nach dem Burnout den Rückwärtsgang nicht hinein, mit ein paar zornigen Gasstößen fährt er zügig Richtung Ziel, um die Bahn für Jndias erste Rennrunde in einem Fueler freizugeben. Der Freudentanz nach dem Lauf war unbeschreiblich. Jndia mit einer 4.1 Sekunden Zeit im Ziel und sämtliche Anspannung fiel von Urs und dem Team ab. Man lag sich in den Armen, gereckte Powerfäuste und Freudenschreie. Gratulation, die Kiste läuft wieder.
 
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Team Erbacher in Extase

 
Horto reagiert gegen Kargered viel besser, muss den Lauf aber abbrechen. Kargered mit 3.96 Sekunden  im Ziel. Spätestens jetzt ist klar, Die Bahn kann alles ab, da werden noch gute Läufe folgen.
Halbfinale: Erbacher gegen Kargered. Kleines Pedalfest. Jndia an der Ampel schneller, im Ziel liegt sie knapp ein Zehntel vor Micke K. Man muss auch mal Glück haben. Das zweite Halbfinale könnte das schnellste Rennen der 1000 Fuß Ära gewesen sein. Jones gegen Micallef. Der Malteser an der Ampel 5 Tausendstel früher weg, im Ziel weitere 32 Tausendstel Schneller als Liam Jones. Macht einen Vorsprung im Ziel (MOV – Margin of Victory) von 0.037 Sekunden. Und das bei Läufen von 3.961 Sekunden zu 3.993 Sekunden. Micallef hat im Ziel, nach 305 Meter Beschleunigung sagenhafte 493 Km/h auf der Uhr. Das ist Topfuel, das ist gut so.
 

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Team / Familie Mäkelä/Hapanen, aus nach Runde 1

Finale. Malta gegen Schweiz, Mann gegen Frau, Jndia in ihrem ersten Finale, Duncan in seinem vierten in diesem Jahr. Jndia versohlt dem Malteser Löwen an der Ampel erst einmal den Hintern und ist 5 Hundertstel vor ihm auf der Reise. Duncan auf der Strecke aber einen Tick stärker, so dass seine 3.997 Sekunden gegen Jndias 4.056 Sekunden gewinnen. Das sind ganze 7/1000stel Sekunden die Duncan zuerst im Ziel war. Geht’s noch knapper?
 
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Micallef

 
Gratulation an Duncan, sein EM Titel wird man ihm nur schwer streitig machen können, zwei EM Läufe gibt es noch. Dieses Wochenende in Schweden/Tierp und am zweiten September Wochenende in Santapod. Von dort gibt es dann auch wieder einen Livestream, kostenlos und gut (schaut auf Eurodragster.com, oder Santapod.com nach der Adresse). Gratulation an Team Erbacher und die junge Fahrerin, jeder Lauf eine Steigerung zu dem davor, so soll es sein. So macht Fuel Racing Spaß.
 
Top Methanol, in diesem Jahr gehen Dragster und Funnycars gemeinsam in einer Klasse an den Start. Die Felder wurden immer kleiner, so hat man bei der FIA beschlossen diese zusammenzufassen. Die Funnycars sind erfahrungsgemäß etwas langsamer als die Dragster und bekommen deswegen 0.26 Sekunden Zeitgutschrift. In der Qualifikation gibt es Gleichstart und die FC’s bekommen die 0.26 Sekunden von ihrer Laufzeit abgezogen, im Rennen bekommen sie die Zeit an der Ampel als Vorsprung. Gewöhnungsbedürftig, aber funktioniert.
 
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Dennis Habermann

Timo und Dennis Habermann trumpften erwartungsgemäß sehr stark auf. Sandro Bellio im Funnycar (jetzt fährt der Sohn, in den Vorjahren fuhr Vater Danny) hält mit sehr schnellen Läufen dagegen. In der Quali kann sich ein weiterer Deutscher nur auf dem letzten, siebten Rang Qualifizieren. Jürgen Nagel kam nicht (wie früher) in die 5 Sekunden Zone hinein. Timo ist Top Qualifyer mit 5.30 Sekunden. Zweiter Bellio mit 5.576 Sekunden (minus 0,26 Sek.) und dritter ist Dennis Habermann mit 5.41 Sekunden.
 
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Jürgen Nagel

Runde Eins: Timo als Top Qualifyer mit einem Byerun. Lagg im A Fueler gewinnt gegen Das FC von Karlsen. Sandro Bellio lässt Jürgen Nagel leine Chance. Dennis Habermann gewinnt gegen Larssen im FC.  Im Halbfinale zersägt Timo Habermann Jonny Lagg mit 5.31 Sekunden und steht erneut in einem Finale in Hockenheim.
 
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Timo Habermann

 
Gegen Bruder Dennis oder Sandro Bellio. Das wird spannend. Sandro verpennt den Start total und Dennis hat schon vor der 1/8 Meile Probleme, bekommt den Lauf nicht sauber durchgezogen, so dass Sandro ins Finale vorfährt.
 
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Sandro Bellio

 
Das Finale dann ein Antiklimax. Bellio muss nach dem Burnout ausgemacht werden, Timo mit Byerun sicher zum Eventsieg. Timo führt in der EM vor Dennis und dahinter mit gehörigem Abstand Jonny Lagg.
 
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Timo Habermann

Pro Modified. Meine Lieblinge. 13 Teilnehmer bewerben sich für ein 16er Feld. Nach dem Training ist Kuweits Al Schamari schon mit Motorschaden draußen. Alund ist erster vor Vegter und Persson. Die beiden ersten in den 5.9ern.
 
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Alund im Old `51

Im Rennen dann, geiler Lauf zwischen den Holländern Tooren und Harteveld. Der Superbird von Marc H. als erstes im Ziel. Norbert Kuno schmeißt seinen 6.036 Sekunden Lauf mit einem Rotlicht in die Tonne. Er hätte gewonnen, somit ist Persson weiter. Bader gegen Vegter. David fuhr vieeeeel zu früh los, Driverserror. Bruno hat das Ding schon an der Ampel gewonnen und hat einen Byerun in Runde zwei. Gullqvist gegen Hilt, Markus wird nach dem Burnout ausgemacht, Sololauf für den EM Führenden im blauen Camaro. Kristianssen, der Däne im ex Meihuizen Firebird mit Byerun in die nächste Runde und Robinson gewinnt klar gegen den schweizer Bolletter. Alund als Top Qualifyer mit Byerun.
 
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Vegter vs Gullqvist

Nächste Runde. Alund an der Ampel 0.2 Sekunden besser als Robinson, auf der Strecke dann mit einer 5.9 klarer Sieger gegen Andys 6.0 Sekunden. Der multiple Pro Stock Europameister und Gewinner des NHRA 4 Wide Pro Stock Rennens vor ein paar Jahren macht sich auch im Blown Old `51 sehr gut. Gullqvist mit einer 5.89 (schnellste Zeit am WE in Pro Mod) klar gegen Kristianssen weiter. Bruno mit Byerun ins Halbfinale und Harteveld mit Rotlicht gegen Persson draußen.
 
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Robinson

 
Im Halbfinale dann ein Lauf, der die EM vorentscheiden könnte. Gullqvist vorne, Alund als Verfolger. Das war ein guter. Gullan gewinnt gegen Alund an der Ampel und mit 5.894 Sekunden gegen 5,917 Sekunden auf der Bahn. Der wohl schnellste Pro Mod Side by Side Lauf außerhalb der USA. Bäm. Bruno sucht sein Heil in der Flucht, 0.02 Sekunden nimmt er Persson ab, doch im Ziel hat der Schwede knapp die Nase vorne. Somit ein schwedisches Finale. Das Gewinnt der EM Führende mit 0.05 Sekunden vor Persson und baut seine EM Führung weiter aus. Auch 2018 wird der blaue Camaro wohl die Nr. 1 auf seinen Seiten tragen. Respekt.
 
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Gullqvist

Pro Stock: 4 Fahrzeuge am Start, Bengt Ljungdahl im ex Gray Motorsport Camaro aus der NHRA als Top Qualifyer, er steht auch im Finale gegen Stefan Ernryd, der sich auf Rang 2 Qualifizierte.
 
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Ernryd

 
Ljungdahl kommt auf Höhe der Ziellinie sehr quer, rutscht auf Stefans Bahn, nimmt die Zeitnahme Blocks mit und beide rauschen aneinander vorbei und nicht in die Mauer. Puh, was ein Schreck, als diese Szenen über die großen Monitore im Stadion flimmerten. Ernryd somit Sieger. Ljungdahl führt weiterhin vor Ernryd in der EM.
 
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Ljungdahl

Weiter geht es für die FIA Klassen dieses Wochenende in Schweden/ Tierp, dann am zweiten September Wochenende in Santapod zu den Finalläufen.
Text, Markus Münch
Bilder, Schenker, Schimanski, Joassin
 
        
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Sandro Bellio

  

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Norbert Kuno

 

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Gullqvist