Santa Pod Euro Finals, September 2017

Déjà vu
Die European Finals 2017
Auf zu einer neuen Pilgerfahrt gen Santa Pod. An Bord durften wir ein neues Mitglied begrüßen, das schon jahrelange NitrOlympX-Erfahrung mitbrachte und mal Bock auf ein weiteres großes Dragracing-Event hatte. „Es muss doch noch was anderes als die Nitros geben“ – So fings bei den meisten an (wie wahr-Markus).
 
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Reibungslos ging es von Heilbronn über Mannheim, Frankfurt, Aachen und Brüssel nach Dünkirchen, wo wir durch Glück nur ein paar Minuten auf die Fähre warten mussten. Drüben in Dover runter vom Kahn, an London vorbeigeflitzt, kurz vor Santa Pod bei strahlendem Sonnenschein im Supermarkt (Tesco) noch aufmunitioniert, kurz Teammitgliedern von Gerd Habermann „Hallo“ gesagt und dann ab auf den Rennplatz.
So früh wie dieses Mal (9.30 Uhr) waren wir noch nie dort, als Zuschauer kommt man um diese Zeit auch noch nicht rauf aufs Gelände, offizieller Einlass ist am Trainigstag erst ab 14 Uhr. Getrübt wurde die ganze Geschichte durch einen Mietwagen, dessen Antriebswellen die Tour nicht so gut gefallen hat und die anfingen, etwas auszuschlagen. Kopfzerbrechen? Fehlanzeige, jetzt geht´s erst mal um die Viertelmeile…
Die Trainingssession an diesem Mittwoch war relativ unspektakulär, ganz im Gegenteil zum Trainigstag am Main Event, an dem alle Teams die Technik prüfen möchten. Dieses Mal wissen die Teams nach mehreren Rennwochenenden wie der Hase läuft und schonen das Material für die Qualifikationsläufe.
Der Schweizer Bruno Bader hat die Pro Mod – Gotham City Corvette zweimal runtergejagt, Chris Isaacs seinen Plymouth Duster gleich dreimal. Die Pro Stocker sowie diverse Super Street Bikes waren ebenfalls unterwegs, der Malteser SSB-Pilot Franklyn Borg hat mit seinem Bike ordentlich Gas gegeben und eine 7,11 hingelegt. Sauber…
Am Donnerstag gings dann mit den Qualifikationsrunden für die Sportsman-Klassen los. Gegen 10 Uhr gab es bei den Pro ET leider schon den ersten Unfall, Callum Swinchatt aus England kam mit seinem Altered ins Schleudern, hat sich gedreht und im Bereich der 300 Fuß ist der Fiat Topolino mit dem rechten Vorderrad in die Mauer gekracht. Der Fahrer ist ruckzuck rausgeklettert, die Sicherheitsmannschaft war im Handumdrehen vor Ort. Die Knochen blieben heile, die Aufhängung des Dragsters war hinüber und nachdem er abtransportiert wurde ging es weiter
 
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Eine halbe Stunde später bei den Super Pro ET hatte auch John Gerritsen mit seinem aufgeladenen Chevy Bel Air Pech.
 
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Vom Start weg drehts ihn um 180 Grad und er schlägt mit dem linken Hinterrad in die Mauer ein. Kurios. Dem Fahrer ist nichts passiert, den Chevy weg zu bekommen war eine Sache, die Ölspur von der Startlinie bis zum Bereich des Christmastree war jedoch eine anderes Sache. Offensichtlich handelte es sich nicht um harmloses Motoröl sondern um das aggressive Hinterachsgetriebeöl, welches nicht so einfach zu entfernen ist. Die Streckencrew hat eine gefühlte Ewigkeit an der rechten Bahn gearbeitet, teilweise musste sogar der Gummi abgetragen werden, damit die letzten Ölreste beseitigt werden konnten. In der Zwischenzeit liefen die Qualiläufe auf der linken Bahn weiter.
Aus deutscher Sicht sah die Sache am Abend so aus: Super Pro ET, Guido Uhlir: Platz 31 in einem 34er Feld, 8,19s mit Index 7,92s.
 
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Competition Eliminator, Robin Sattler: Platz 1 in einem 8er Feld, 8,93s mit Index 9,64s.
Gegen 18.30 Uhr war somit ein schöner Sportsman-Tag zu Ende, der in der Früh zwar etwas holprig anlief, dann aber mit Sonnenschein und schönen Läufen glänzte. Ob das wohl so bleibt…
„Nee, is nich…“ Am Freitag sollten nach ein paar Sportsman-Klassen die FIA-Klassen ihre Qualiläufe durchziehen. Dieser Plan rückte nach einem Schauer um 9.15 Uhr erst mal in weitere Ferne. Noch schlimmer, bis 11.30 Uhr war die Luft getränkt mit fiesem Nieselregen, der es unmöglich macht zu fahren, gefolgt vom nächsten Schauer. „Na bravo…“ Wir nutzen die Verzögerung, um uns nebenan am Nachmittag eine Vorführung in der Live Action Arena anzuschauen. Ganz nett, kommt aber nicht an die Action auf der Viertelmeile ran.
 
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Die begann dann um 15.45 wieder, Competition Eliminator fuhr Quali Nummer sechs. Im Hintergrund bäumten sich schon wieder pechschwarze Wolken auf. Die öffneten auch wieder die Schleusen, erst um 18.45 war die Strecke wieder in Topform und endlich rollten die Top Methanoler in den Pairing Lanes heran.
 
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Rod Harrison im Dragster „besiegt“ mit einer 6,08 (239 mph) den Deutschen Jürgen Nagel im Funny Car (6,77s). Die Schirme kamen bei Jürgen bereits bei 1000 Fuß heraus. Er hat den Lauf abgebrochen, weil das FC der Mittellinie immer näher kam. Jonny Lagg besiegt mit dem Dragster in 5,48s das Funny Car von Sandro Bellio (5,94s). Am Ende von Q1 fahren die deutschen Top-Piloten und Brüder Timo und Dennis Habermann. In der Wertung kann Timo der Europameistertitel praktisch nicht mehr genommen werden, Dennis muss für die Verteidigung des zweiten Platzes gegen Jonny Lagg noch etwas mehr tun. Dennis „versägt“ mit einer 5,43 (264 mph) Timo (5,48), der diese Quali-Niederlage sicherlich verschmerzen kann, denn durch diesen Lauf in der Qualifikation kann er nicht mehr eingeholt werden und ist somit Top Methanol Europameister 2017.
 
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Herzlichen Glückwunsch, Timo!!! Danach wird´s Zeit für die Pro Mods, den Autos mit Türen (Doorslammer) in der Klasse Pro Modified. Eine Klasse, in der unterschiedliche GFK-Bodies für eine schöne Vielfalt sorgen. Der Deutsche Marco Maurischat hat neue Stoßdämpfer mit neuem Setup verbaut, nachdem der Versuch mit neuen Dämpfern beim Main Event 2017 nicht ganz so erfolgreich war. Marco ist damit soweit zufrieden und wird auch noch bei den National Finals in Pod teilnehmen. Für 2018 ist evtl. die Teilnahme an mehr Events als 2017 geplant, und nicht nur in England. Beim Burnout kommt seine Corvette C1 auffällig quer, den Lauf beendet er nach Tireshake und einer schlingernden Fahrt mit einer 6,65 Sekunden Zeit gegen Bobby Wallace (6,28s). Komm Marco, da geht noch was! 
 
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In den Pits erklärte mir Marco, dass der unschöne Ritt ein Fahrfehler war. Er war vom guten Grip der Bahn überrascht und hat falsch reagiert. Kommt vor…
Wayne Nicholson´s Corvette C2 wollte nicht rückwärtsfahren, also ab zum ersten Notausgang. Sein Gegner Marck Harteveld im sehr geilen Plymouth Superbird des Teams Voodoo Hemi Racing haut mit einer 6,10 (236 mph) mal einen raus. Sehr schön! Kurz darauf fährt der Brite Andy Robinson mit seinem Camaro und einer 6,07 auf Platz eins der Quali, gefolgt von der 6,09 des Schweizers Bruno Bader mit einer weiteren Corvette C2. Das letzte Paar ist Jimmy Alund im Old 51 sowie der in der Punktewertung nicht mehr einholbare Micke Gullqvist im Camaro, der bereits Europameister ist, wenn er einen Qualilauf absolviert.
Jimmy fährt nicht und schaltet den Wagen ab, vermutlich wegen des Taus auf seiner Frontscheibe. Micke zieht durch, Tau hin oder her, Glückwunsch zum x-ten Europameistertitel!
 
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Diese Luftfeuchtigkeit verheißt nix Gutes. Es wird später und später und der Tau schlägt sich langsam auf Mensch, Maschine und Bahn nieder. Es sollen ja noch weitere FIA-Klassen kommen, die können jedoch bei der aufkommenden Feuchtigkeit auf der Strecke nicht fahren. Oder doch? Die Pro Stocker wurden mit beschlagenen Scheiben ins Fahrerlager zurückgezogen. Sehr schade, aber verständlich. Danach sind viele Mitglieder der Teams auf der Strecke bis ca. 60 Fuß herumgewuselt, um die Beschaffenheit zu prüfen. Geht da noch was oder nicht? Und es kommt noch schlimmer, auch die Piloten der Top Fueler fahren zurück. Oh Mann, enttäuschend…
Wenigstens ein Paar Top Fuel Funny Cars haben den widrigen Bedingungen getrotzt und sind gestartet, die gefahrenen Zeiten waren jedoch nicht das Gelbe vom Ei. Anders beim Nostalgia Funny Car von Tim Garlick, der im Pontiac Firebird eine starke 6,24 hinbrennt.
Wir waren ein wenig überrascht, dass bei dieser Beschaffenheit der Bahn die Super Street Biker ihren Mut zusammen genommen haben und die erste Qualirunde gefahren sind. Der Malteser Franklyn Borg konnte seine Zeit vom Trainingstag nochmal toppen und war am Ende mit 7,07 auf Platz eins, stark! Der einzige Deutsche bei den SSB‘lern, Clemens Walleit, fuhr mit einer 7,90 Sekunden immerhin auf Platz 10.
Kalt war´s zum Schluss, es haben dann noch zwei Jets (Gerd Habermann, Martin Hill) sowie Eric Teboul mit dem Rocket Bike eingeheizt. Das war´s mit dem zweiten Tag der Finals, alles ziemlich durchwachsen. Unter den gegebenen Wetterverhältnissen war jedoch wirklich nicht mehr möglich, die Streckencrew hat unermüdlich gearbeitet, um die Strecke so schnell wie möglich auf Vordermann zu bringen, wenn es denn mal aufgehört hat zu regnen.
Okay, neuer Tag, neues Glück!
Die ersten Eliminations bei den Sportsman-Klassen beginnen. Guido Uhlir bezwingt in der ersten Runde der Super Pro ET die Britin Laura Turburville, nach Quali Nummer 6 bei der Competition Eliminator ist Robin Sattler immer noch Top Qualifier und der Deutsche Jens Zimmermann hat sich mit seinem Jaguar XKR auf Platz sechs vorgefahren.
Um 10.30 gehts mit Q2 der FIA-Klassen los. Top Methanol. Jürgen bleibt eine gefühlte Ewigkeit an der grünen Ampel stehen und fährt eine 9,5, Rod Harrison war mit der 5,68 schon längst auf und davon. Jonny Lagg fährt 5,46 Sekunden gegen Bellios 12er Zeit.
 
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Die Habermänner fahren wieder gegeneinander, Dennis „gewinnt“ wieder, dieses Mal mit einem Holeshot (5,44) gegen Timo´s 5,43. Trotzdem ist Timo Top Qualifier nach dieser Runde.
Bei den Pro Mods fährt jetzt auch Norbert Kuno, der seinen Dodge Avenger in Q1 stehen gelassen hat. Mit 6,46s hat er der 6,15s Zeit von Gullqvist wenig entgegenzusetzen, aber wir haben ja noch ein paar Qualiläufe, da ist noch nicht Ende der Fahnenstange. Denn Norbert ist in Hockenheim eine hammermäßige 6,03s gefahren, da war das Rotlicht dann nicht mehr ganz so schlimm. Mit leichten Modifikationen hofft das Team, dass dieses Wochenende vielleicht sogar die 6,00 geknackt wird. Hoffen wir´s mal.
Die erste 5 fährt Alund an diesem Wochenende: 5,97s auf 236 mph. Respekt! Marco Maurischats Gegner Jan Ericsson muss seinen Camaro nach dem Burnout abstellen, weil der Wagen inkontinent wurde und eine lange Spur gezogen hat. Den Byerun beendet Marco mit seiner schnellsten Zeit des Jahres, einer 6,17s (232 mph). Na also, geht doch! Fast Freddy tritt mit seinem Truck gegen den Willys von Bobby Wallace an und „gewinnt“ nach einem gewohnt geilen Burnout mit 6,21s gegen Bobby´s 6,32s. Bruno Bader hat es mit Michel Tooren im Plymouth Barracuda zu tun, die Corvette „gewinnt“ mit einer 6,21. Auch David Vegter und Kim Kristiansen sind in dieser Session in die 6,1er Zeiten gefahren…
Um ca. 11.30 war´s dann endlich soweit, die Geschosse mit Nitromethan im Tank sind angerollt, Zeit für Top Fuel – Power! Dieses Jahr sind die Fahrzeuge des Rennstalls von Rune Fjeld fast unschlagbar, bei jedem Event sind sie ganz vorne mit dabei, der Titel ist für Duncan Micallef in greifbarer Nähe. Die junge Norwegerin Maja Udtian fuhr das erste Mal unter Wettbewerbsbedingungen, mit ihrer 4,33s braucht sie sich nicht zu verstecken. Die Schweizerin Jndia Erbacher lässt mit ihrer 4,42s Stefan Gunnarsson (7,9s) stehen. Micke Kagered´s Lauf ist mit 5,2s so lala, er  „verliert“ gegen Publikumsliebling Anita Mäkelä (4,2s).
 
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Die mit Abstand beste Zeit der Quali hat Antti Horto (4,08s) gegen Duncan Micallef (4,52s) hingelegt. Beide Dragster stammen aus dem Rennstall von Rune Fjeld.
 
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Die TF Funny Cars waren nicht so schnell unterwegs, mehr als eine 4,99s von Steve Ashdown war nicht drin.
 
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Die beiden Nostalgia Funny Cars wollten auch nochmal zeigen, was sie können. Leider hat der Camaro von Tony Betts Flüssigkeit verloren, die 6,16s von Tim Garlick´s Firebird war schön! 
 
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Bei den SSB gab´s ein Aufhorchen! Der letztjährige Europameister Garry Bowe aus England hat sich mit einer großen Qualmwolke ab ca. 1000 Fuß verabschiedet, das sah nach einem teuren Schaden aus. Ob er es nochmal zu den Eliminations schafft? Falls nicht, kann der Österreicher Erich Gruber mit seiner grünen Kawasaki von seinem 17. Platz in das 16er Feld nachrücken. Mal sehen, was passiert. Und dann die Überraschung des Tages! Der Malteser Franklyn Borg, der dieses Wochenende ja sowieso schon schnell unterwegs war, brennt die schnellste Zeit, die bei den SSB jemals außerhalb der USA gefahren wurde, auf die Strecke. Er treibt seine Hayabusa in 6,91 Sekunden über die 402,33 Meter und erreicht dabei 204 mph. Wahnsinn! Glückwunsch nach Malta!!! Hoffentlich kann er diese Zeit in einem zweiten Lauf noch bestätigen, denn nur dann gilt der Rekord als offiziell. Clemens Walleit fuhr eine 8,66s, mit seiner 7,90s vom Vortag bleibt er im Feld auf Platz 13. Hoffentlich bringts Glück…
An diesem Samstag wird´s jedoch sicher nix mehr, denn die Schleusen haben sich schon wieder geöffnet und es begann schon wieder zu Regnen. Unglaublich, zum Heulen. Da half auch der wunderschöne Regenbogen über Santa Pod nix, bei Regen ist die Stimmung einfach nicht so prall. Vor allem dann nicht, wenn die Strecke so gut wie fertig präpariert ist, die Pairing Lanes schon wieder befüllt sind und es dann wieder anfängt zu Tröpfeln. Unsere Nerven wurden an diesem Wochenende auf eine harte Probe gestellt. Na ja, wir hatten ja noch den Sonntag…
Es geht um die Wurscht, keine Qualifikationsläufe mehr, es gibt nur noch Sieg oder Niederlage! Nach einer kräftigen Nase voll Nitro-Abgas von den Top Fuelern im Fahrerlager (immer wieder geil!!) hieß es: Ab auf die Tribüne! Bei den Super Pros hat Guido im V8-befeuerten 10,4 Liter großen Manta A den Drummin´ Man Joe Kellett ausgeknockt, sauber!
Jetzt wird´s spannend, die Hot Rods from Hell sind an der Reihe. Danke John Price, ehemaliger Pod Sprecherlegende,  für diese Wortschöpfung, passt einfach! Die erste Paarung ist Fast Freddy gegen Marco Maurischat. Schade, einer muss heimfahren, dabei hätte ich beide gerne noch öfter gesehen. Der Schwede im Pickup lässt mit seiner 6,3 Marco in der Corvette alt aussehen. Der Deutsche fuhr rechts Richtung Mauer und musste das Gas lupfen, dadurch war nicht mehr als eine 6,8 drin. That´s racing, see you next year, Marco.
 
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Wie schön öfter dreht der amtierende Europameister Micke Gullqvist bei den Eliminations richtig auf und hämmert eine 5,94 hin, keine Chance für Michael Tooren, dessen 6,08 auch nicht von schlechten Eltern ist. Und dann schon wieder zwei, die man sehr gerne sieht, Harteveld gegen Kuno, Plymouth gegen Dodge, 6,10s vs. 6,41s. Schade Norbert, das war´s leider.
 
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Auch Bruno Bader muss früher nach Hause fahren, die 6,28 Sekunden reichen nicht gegen die 6,20 Sekunden von Bert Englefield.
 
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Der Brite Andy Robinson knackt mit einer 5,999 die 6-Sekunden-Schallmauer und gewinnt gegen Mick Payne im gelben Camaro.
 
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Roger Johansson im schwarzen Lachgas-Mustang hat trotz einem 6,00s-Lauf nix zu Lachen, denn Jimmy Alund ist mit 5,93s einfach schneller. An den vielen niedrigen 6er Zeiten sieht man, wie hoch das Niveau inzwischen bei den Pro Mods geworden ist!
Die darauffolgenden SSB sorgen wieder für Überraschungen.
David Lencses aus Ungarn hat einen Wahnsinns Wheelie, als das Bike aufkommt fliegt ein Bauteil davon. Leider ist das Foto etwas unscharf. Die Zeit ist damit im Eimer, Steve Mead gewinnt.
 
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Garry Bowe´s Motor hatte sich im letzten Qualilauf komplett zerlegt. Er hätte theoretisch aus zwei Motoren einen bauen können, hat es jedoch gelassen und somit Erich Gruber die Möglichkeit eröffnet, als Nachrücker bei den Eliminations mitzufahren. Auf dem Papier hat Erich gegen Jemma Venables schlechte Karten, sein Bike ist einfach langsamer. Das bringt Jemma jedoch nix, weil sie sich eine dicke rote Kirsche vom Baum pflückt und sich damit selber disqualifiziert. Ihr Vater Steve Venables macht das nicht und befördert Clemes Walleit ins Aus. Schade, denn die 8,05s von Steve hätte Clemens durchaus schlagen können.
In der Klasse Competition Eliminator gewinnt der Deutsche Robin Sattler gegen den Schweizer Rene Ehrismann, der Schweizer Rene Meierhofer schickt mit seiner Hot Banana den Jaguar von Jens Zimmermann nach Hause.
Und dann war wieder die Königsklasse am Zug, Top Fuel!
Liam Jones hat sich mittig im Vorstart positioniert. Nach den Quali-Läufen ist er eigentlich raus, falls jedoch ein Team seinen Dragster nicht starten kann, rückt Jones automatisch nach und kann evtl. doch noch im Wettbewerb bleiben. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Nachrücker erfolgreich mitmischt.
Duncan Micallef gegen die Tochter der Dragster- Legende Urs Erbacher. Jndia führt kurz, muss dann wegen Problemen vom Gas und verliert mit 5,77 gegen Duncan´s 4,15, der mit diesem Sieg Europameister ist. Herzlichen Glückwunsch nach Malta!
Micke Kagered kassiert einen Byerun, weil der Dragster von Maja vor dem Stagen undicht wird und somit keinesfalls fahren darf.
Nun treten Gunnarsson und Horto gegeneinander an. Antti Horto kämpft mit Tireshake, Stefan Gunnarsson´s Motor verabschiedet sich mit einem mächtigen KABOOOM im Bereich der 200 Fuß. So nah war ich noch nie an einer Top Fuel Explosion dran und habe auch noch nie so eine massive Explosion gesehen. Man spürte die Druckwelle, die Fetzen sind meterhoch geflogen. Zwei Meter vor mir ist ein kleines Metallstück auf der Treppe gelandet. Nach einer vorsichtigen Prüfung, ob es noch heiß ist, wurde es sofort aufgesammelt. Vermutlich ein Teil des Burstpanels. Wahnsinn…Trotz dieses Malheurs ist Gunnarsson weiter, er fuhr als Erster durchs Ziel.
Stig Neergaards Fueler fuhr über die Centerline, dadurch ist er automatisch raus und Anita eine Runde weiter (4,4s).
Nun eine Klasse tiefer, Top Methanol.
Jonny Lagg hat noch Chancen auf den zweiten Platz in der Meisterschaft und bewahrt sich diese, indem er Sandro Bellio im Funny Car verbläst, 5,46s gegen 5,85s. Man beachte, dass die Funny Cars bei den Ausscheidungsläufen einen Zeitvorteil von 0,26 Sekunden bekommen, diese Regel gilt seit dem Main Event 2017.
Harrison fängt sich im Dragster ein Rotlicht ein, Dennis gewinnt mit 5,41 Sekunden. Darauf treffen Timo und Jürgen aufeinander, ein deutsches Duell. Timo macht mit 5,40 kurzen Prozess, Jürgen hat trotz einer guten 5,90 keine Chance.
 
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Das Team um Jürgen Nagel hat ein kleines Budget und hält es für möglich, nächstes Jahr nicht am Start zu sein. Es wäre schade drum!
Zurück bei den Bikern hat Franklyn keinen guten Lauf und verliert deutlich gegen Steve Mead, 7,93s vs. 7,57s. Erich soll Steve Venables bezwingen, das wird schwierig. Doch Steve macht dasselbe wie seine Tochter, er fährt zu früh los und ist damit raus, Erich somit weiter. Wer hätte das gedacht…
Rick Stubbins kann in der Wertung nicht mehr eingeholt werden und ist damit Europameister, Glückwunsch nach England!
Schnell wieder zurück zu den Pro Mods, solange das Wetter noch hält!
Alund gegen Fagerström… Wieder ein 400 Fuß langer Burnout von Freddy, er weiß, was das Publikum sehen will! Trotz seiner guten 6,23 verliert er gegen Alunds 6,02s. Gullquvist hämmert die nächste 5er Zeit in auf die Strecke, Robinson muss mit einer 7,4s einpacken. Kim Kristiansen im Firebird schlägt mit 6,12s den 38er Ford Hotrod von Bert Englefield, der mit 6,22s eine neue Personal Best fährt. Der Plymouth von Harteveld fährt zu früh aus den Lichtschranken, Vegter ist eine Runde weiter.
Immer wieder verzögern kleine Tröpfchen den Ablauf. Die Ungewissheit, ob es wieder richtig zu Regnen beginnt, kostet echt Nerven!
Das Halbfinale bei den Competition Eliminator gewinnen zwei Favoriten, zum einen Robin Sattler im Ford Cosworth YB Dragster sowie Rene Meierhofer im Chevrolet Beretta. Ob wir sie im Finale noch sehen dürfen? Im Spanischen Fußball gibt es den Begriff „Classico“ für das Duell von Real Madrid gegen FC Barcelona. Dieses Finalduell ist das Competition Eliminator „Classico“.
Eliminations 2 bei den Top Methanolern, es sind nur noch Dragster im Rennen. Johnny Lagg zimmert eine PB mit 5,40s hin, Dennis Habermann verliert mit einer 5,44s. Schade. Sein Bruder Timo schont das Material für´s Finale und fährt gemütlich ins Ziel. Bei einem Byerun fährt man alleine und kann sich das leisten!
Wir klettern eine Klasse höher und sind beim Halbfinale der Top Fueler. Gunnarssons Motorschaden in E1 war zu massiv, der Dragster konnte in der kurzen Zeit nicht mehr repariert werden. Micallef hat einen Tireshake und rollt durchs Ziel, gefolgt von einem deutlich hörbaren Booom in der Auslaufzone.
Anita Mäkelä hat es mit Micke Kagered zu tun. Beide fahren durch den Shake, Micke verliert ein paar Zylinder, was man deutlich daran sieht, dass unverbranntes Nitromethan aus den Abgaskrümmern kommt anstatt der hohen Flammen. Er verliert mit 4,9s gegen Anitas 4,07s.
 
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Der dänische Super Street Biker Mogens Lund, der dieses Wochenende sehr stark war, verliert mit einer 7,97s gegen den Champ Stubbins (7,17). Erich fährt eine gute 7,76s, was jedoch nicht für die 7,53s von Steve Mead reicht.
Halbfinale der PM, es wird spannend.
Der Old 51 von Jimmy Alund kommt „out of groove“, Jimmy muss das Gas lupfen und verliert mit einer 8er Zeit gegen Vegters 6,28s. Kristiansens Rotlicht führt automatisch zu seiner Disqualifikation, Gullqvist zieht den Lauf durch und haut nochmal eine 5,99s raus.
Einfach stark! 
 
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Nun kam es zu einem besonderen Duell, Top Fuel Funny Car gegen Nostalgia Funny Car. Terry Haddock´s Fuel FC war zu aggressiv eingestellt, die Reifen gingen sofort up in smoke, drehten also sofort durch und produzierten anstatt Vortrieb nur wohlriechende bläuliche Wolken aus verbranntem Gummi. Haddock fährt normalerweise Fuel Dragster oder Fuel FC in den Staaten bei der NHRA. Tim Garlick jagt sein Apache FC in 5,45s!!! die Quartermile runter.
Jetzt wurden nochmal die Turbinen befeuert, Gerd Habermann fährt mit seinem Schulbus, der alten Haudegen Martin Hill mit dem Jet Funny Car, beide haben einen Byerun, fahren also alleine.
Gerd Habermann fährt nach 9,5 Sekunden und sage und schreibe 280 km/h (!!!) durchs Ziel. Irgendwas läuft schief und Gerd hat mit dem Bus die Mauer gestreift. Ihm ist nichts passiert, die Aufräumarbeiten dauerten ein wenig. Der Bus wurde aber nicht stark beschädigt.
Dann gings leider wieder los, Petrus ist kein Dragracer und hat es nicht gut mit uns gemeint, schon wieder hat gegen 16 Uhr der Regen begonnen. Na ja, ein wenig Zeit ist ja noch, bis 21 Uhr kann gefahren werden. Also Abwarten und Daumen drücken!
In den Pairing Lanes standen sich die Fahrzeuge die Federbeine ins Radhaus, alle warteten hoffnungsvoll.
Um 17.20 Uhr dann die Nachricht, dass die Finalläufe für die Sportsman-Klassen abgesagt sind. Enttäuschung. Und das nicht nur bei den Fahrern und Teams…
Kurios: Bei den Top Fuel Bikes muss Dale Leeks gegen Stu Crane fahren, dieser kann jedoch wegen eines massiven Schadens in der Runde zuvor nicht antreten. Dale staged im Regen mit laufendem Motor und holt sich das grüne Licht und somit den Finalsieg. Genau das Gleiche beim Pro Stock Finale der Biker, Fredrik Fredlund staged mit laufendem Aggregat, fährt bei Grün ein wenig vor und gewinnt damit das Finale. Sein Gegner Robert Karlsson konnte nicht antreten.
Während diese beiden bizarren Finalläufe noch für Schmunzeln sorgten, verging uns allen ein paar Minuten später das Lachen. Andauernder Regen und die Tatsache, dass das Präparieren der Strecke nach dem Ende des Regens wieder eineinhalb Stunden dauert, hat dazu geführt, dass die Verantwortlichen das Event abgesagt haben. Keine weiteren Finalläufe mehr. Oh Mann, ich musste ans Main Event denken und hatte ein Déjà vu. Aber gut, was will man machen, gegen schlechtes Wetter ist man machtlos…
Somit lauten die FIA- bzw. FIM-Champions 2017 wie folgt:
Top Fuel Dragster: 1. Duncan Micallef, 2. Antti Horto
Top Methanol: 1. Timo Habermann, 2. Dennis Habermann
Pro Modified: 1. Micke Gullqvist, 2. Jimmy Alund
Pro Stock Car: 1. Bengt Ljungdahl, 2. Stefan Ernryd
Top Fuel Bike: 1. Rikard Gustafsson, 2. Stuart Crane
Super Twin: 1. Martijn de Haas, 2. Roman Sixta
Pro Stock Bike: 1. Fredrik Fredlund, 2. Alex Hope
Super Street Bike: 1. Rick Stubbins, 2. Mogens Lund
Herzlichen Glückwunsch an alle Champions und ihre Teams! Aus deutscher Sicht bedeutet das etwas Besonderes: Timo und Dennis Habermann sind somit zum wiederholten Male Doppel-Europameister!
Sehr geil, da arbeiten Team und Fahrer rund um Chef Werner Habermann tadellos und Hand in Hand! Weiter so!!!
Zu guter Letzt möchte ich mich wie immer bei allen Teams und Fahrern für die offenen und guten Gespräche bedanken, genauso bei Santa Pod für ein wie immer gut organisiertes Event, vor allen Dingen bei der Streckencrew, die trotz Regen und Kälte immer nach Kräften versucht hat, das Beste aus der Strecke rauszuholen. Ein Dank auch an meinen/r Copiloten/in für die gute Unterhaltung während der Fahrt und die gute Zeit aufm Rennplatz.
Die Antriebswellen haben die Heimreise übrigens auch überlebt, manchmal braucht man auch ein wenig Glück…Rückblickend war 2017 in England ein etwas durchwachsenes Jahr, was die FIA- und FIM-Läufe betrifft. Rainout sowohl beim Main Event als auch bei den Finals. Sehr schade. Aber, c´est la vie und Blick nach vorne!
2018 geht´s beim Main Event unverdrossen weiter!
Bis dahin hoffen wir, dass die Winterpause schnell vorüber geht!
Macht´s gut und bis dann!
Harry (Hirsch, Rasender Reporter)
Text und Bilder